Texte

Die Qualität der Arbeit und der Kreativität wird oftmals zugunsten schneller Ergebnisse bei der Benutzung generativer KI Kunst vernachlässigt. Viele Menschen nutzen diese Technologien, um ohne Mühe als Künstler zu gelten. Bedeutung und Engagement wird entwertet (Symptome des Spätkapitalismus). Menschen, die diese Systeme benutzen kümmern sich mehr um das Ergebnis, als um den Schaffensprozess oder die Gedanken/Intention, die in der Arbeit stecken. Musik wird somit noch mehr zu einem skalierbaren Produkt, welches in Masse hergestellt und vermarktet werden kann. Wobei ein Teil der Vermarktung auch der angebliche Künstler sein kann. Fraglich ist aber, ob man als Künstler gelten kann, ohne in Zeit investiert zu haben, zu üben, Dinge auszuprobieren und zu scheitern. 

Man kann Künstler sein für ein 10€ Monatsabo. Die Abo-Künstler.

Ideen sind an sich wertlos, da jeder sie hat und sie ohne Umsetzung nicht bewertet werden können. Während der Umsetzung können sich Ideen verändern und entwickeln, wobei sie oft neue Prioritäten und Anforderungen erhalten. Dieser Prozess kann jedoch sehr mühsam sein, und viele gute Ideen werden aufgegeben, weil sie zu komplex sind, um realisiert zu werden. Ideen benötigen Zeit, Geduld, Patina und Narben. Die Umsetzung benötigt Arbeit. Diese kann ein Künstler nicht auslagern oder mit ein paar Mausklicks umgehen. In jeder Kunst steckt der Er-Schaffensprozess. Nicht die Idee an sich ist die Arbeit. Als Künstler darf man diese Abkürzung nicht gehen. Der Weg ist das Lernen. Wissen. Erfahrung. Haltung.

Aber viele Prozesse (und besonders Lernprozesse) sind nicht wirklich nur auf Output ausgerichtet. Lernen bedeutet nicht, Fakten oder Daten in ein Gehirn zu schaufeln (oder sollte es nicht, auch wenn unser standardisiertes Testen und der Druck auf Studierende das oft begünstigen). Lernen ist transformativ, nicht nur durch das Hinzufügen von ein bisschen Daten, sondern durch den Prozess des Versuchs zu verstehen, herumzuspielen, zu scheitern, mit anderen über das eigene Verständnis des Themas zu sprechen. Lernen verändert, wer man ist, auf mehr oder weniger subtile Weise. Und selbst das Lernen, wie man eine mathematische Operation durchführt, Fakten über einen klassischen Komponisten oder wie man einen Kuchen backt, wird die eigene Wahrnehmung der Welt verändern: man wird das mentale Modell der Welt transformieren und erweitern und später Dinge in der Welt erleben, die sich auf diese Lernprozesse beziehen – oft auf seltsame und subtile und unerklärliche Weise – die uns helfen, diesen neuen Input in unser Weltmodell zu integrieren.

Das System, in dem wir leben, ist darauf ausgelegt, transformative Prozesse abzuschleifen, die persönliche Entwicklung und Wachstum ermöglichen, weil am Ende des Tages Wissen, das Arbeiter internalisieren, nicht weggenommen, verkauft oder direkt auf einen anderen (billigeren) Arbeiter übertragen werden kann. Das ist, worum es beim Taylorismus ging, und das ist, worum es bei „KI“ in dieser Welt geht.

Und das ist der Grund, warum ich nicht glaube, dass „KI“s Taschenrechner sind. Weil sie auf eine sehr andere Weise positioniert sind, als Abkürzung, die alle Prozesse ausschneidet, die es den Menschen ermöglichen zu lernen und zu denken. Sie sind als Ausgabemaschine positioniert, nicht als etwas, das euch produktiver in eurem Denken macht, sondern als Maschine, die euch produktiv macht, ohne zu denken oder eure gelebte Erfahrung und verkörpertes Wissen zu nutzen. Jeder ist ein „KI“-Künstler. ChatGPT kann sogar den Prompt für euch generieren, um ihn in Midjourney oder was auch immer einzugeben.

Und das ist ein qualitativer Unterschied. Ein Unterschied, der unter unserer sozioökonomischen Ordnung auf Hochtouren läuft. Und während einige Menschen, die das Glück hatten, vor dem Erscheinen der „KI“ zu lernen, einige Vorteile und Produktivitätsgewinne ernten können, wird der Rest von einem weiteren Weg zum Lernen und Verstehen der Welt abgeschnitten. Die Definition von epistemischer Ungerechtigkeit.

KI ist keine Technologie = Unter KI verstehen sehr unterschiedliche Leute sehr unterschiedliche Dinge.

KI = Machine Learning, Statistiken, statistische Systemen. Viele statistische Variablen, die sich immer wieder anpassen. Sie lernen nicht wie Menschen (langsam, aber neue Informationen können aufgenommen werden und in Wechselwirkung gebracht werden). Wenn diese Systeme „lernen“ können die neuen Inhalte alte Inhalte verdrängen oder löschen, was die Statistik mitunter verändert oder verzerrt. 

Dadurch wird unser Leben eigentlich nicht leichter, sondern schwerer bzw. komplexer. 

Lernen ist für uns Menschen ein sozialer Prozess. Aber das ist eben was anderes als ein Statistiksystem, was sich anpasst auf neue statistische Werte. Mit Lernen ist ja auch ein ganz anderer kognitiver Prozess verbunden. Die Zusammenfassung des Textes lautet:

Es gibt einen Trend, Tätigkeiten wie Kommunikation und Kreativarbeit, die früher nur Menschen leisten konnten, an KI-Systeme auszulagern. Dieser Hype funktioniert für bestimmte Aufgaben mehr oder weniger gut, aber viele denken nicht über die Konsequenzen nach. Heutige KI-Systeme können Bilder, Texte, Audio und 3D-Modelle generieren. Sie sind nützlich, wenn das Ergebnis nicht kritisch ist, aber problematisch, wenn Fehler gemacht werden und Fachwissen fehlt, um diese zu erkennen und zu korrigieren. Der aktuelle Hype könnte dazu führen, dass Qualitätsstandards sinken und es weniger Fachleute gibt, die Systeme betreuen und anpassen können. Dies könnte langfristig negative Auswirkungen haben. Dieses Phänomen wird als Automatisierungsparadox bezeichnet.

Das Automatisierungsparadox besagt, dass je mehr ein Prozess automatisiert wird, desto wichtiger und komplexer wird der menschliche Eingriff bei Störungen. In einem nicht automatisierten Prozess erledigen Menschen alle Aufgaben, einschließlich trivialer, und Fehler können später behoben werden. In einem vollständig automatisierten System muss ein Mensch nur eingreifen, wenn das System stillsteht, was schnelle und qualitativ hochwertige Reparaturen erfordert. Dies ist viel komplexer als bei manuellen Prozessen, wo Menschen kleinere Probleme spontan lösen können. Dieses Paradox tritt jetzt auch bei kognitiven und Kommunikationsprozessen auf.

Die Eingriffe oder Kreativarbeitsprozesse, die Eingriffe, die Menschen machen müssen, sind noch viel wichtiger geworden. Diese Form von Auseinandersetzung mit dem wird halt dadurch gestrichen, dass man glaubt, dass man das Endergebnis sehr einfach bekommen kann. Aber Arbeit ist eben nicht nur das Endergebnis, was rauskommt.

Diese Arbeit, die ich reinstecke, um an das Endergebnis zu kommen, macht mich ja schlauer. Die vertieft mich in die Domäne. Die hilft mir zu verstehen, ob das Sinn ergibt, was ich da mache. Die erlaubt mir manchmal eben auch zu erkennen, dass die Lösung, die ich irgendwo gefunden habe, nicht ganz genau das ist, was ich brauche, dass ich sie leicht anpassen muss, weil mein Problem marginal anders ist als das, wie ich es vielleicht gefunden habe. Und diese Beschäftigung versuchen wir halt jetzt weg zu automatisieren.

Aber gerade in Kreativarbeit, in kommunikativer Arbeit und auch in ganz viel so Sozialarbeit, die so soziale Aspekte hat.

Ich glaube, dass an diesen Stellen KI-Systeme gerade sehr overhyped sind und es wird ganz viel behauptet, dass das die Welt besser macht und effizienter und wir alle und alles wird KI sein. Aber ich glaube, dass Leuten irgendwann auffallen wird, entweder werden sie sagen, es ist mir egal, wie die Qualität am Ende ist. Oder ihnen wird wieder auffallen, ne, an der Stelle ist das die falsche Technologie für Automatisierung. Das ist einfach nicht das richtige Werkzeug. Und diese Maschinen und Systeme sind halt für bestimmte Sachen super nützlich, genau das richtige Tool für die Aufgabe. Ich würde meine Außenkommunikation nicht von Chats GPT generieren lassen, weil mir wichtig ist, dass das sagt, was ich sagen möchte und nichts anderes.

Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Firma, die auf Design Wert legt, das wirklich tun wird, weil es dann doch eben erstens immer zu wenig überraschend ist, also mal sehr durchschnittlich. Z.B. Bilder haben immer den selben Look, Musik klingt irgendwie immer gleich. Gerade da können die Kreativen die Parameter verschieben. Die Frage ist nur wie und in welchem Umfang. 

Firmen, die mit kreativen Kontent Geld verdienen wollen lassen die KI etwas vorgeben und lassen diesen dann von Dienstleister mit Erfahrung „überarbeiten“. Das Überarbeiten wird aber weniger bezahlt, als das erstellen oder erfinden! (Streik der Hollywood-Autoren).

Artikel 1 Grundgesetz, die Würde des Menschen ist unantastbar.

Menschen haben an bestimmten Stellen vielleicht einfach ein Recht, dass sie nicht von einer KI verwaltet werden, sondern ein Recht, dass sich ein Mensch mit ihnen beschäftigt und dass über so was wie z.B. Sozialhilfe keine KI entscheidet.

Irgendwann haben wir auch erarbeitet für uns implizit, wofür diese Handys gut sind und wofür nicht, weil die lenken uns auch ab und manchmal nervt das und diese ganzen Notifications und jeder lernt dann irgendwie für sich selber, wann man es weglegt, wann man es stillschaltet, wann man es laut haben möchte, welche Notifications man möchte und genau diesen Prozess des Entwicklens von so einem Bauchgefühl für diese Technologie.

"Die Kunst des Erstellens ist Teil des Erschaffens"

"Durch Sprache scheitern wir uns auszudrücken"

"Durch Scheitern werden wir"

"Die Kreativität kommt durch eine verlustbehaftete Kompression"

"Die KI's machen cargo-cult"

"Eine weitere Methode messbare Anteile größer werden zu lassen"

"Statistik/Stochastik - Token, Cluster, Wahrscheinlichkeiten"

"Wir haben die Strukturen eines Computers in unser Leben übernommen"

"Alles muss messbar + skalierbar sein, um die maximale Effektivität (Profit)

berechnen zu können"