Aus der Podcast-Besprechung („Die goldenen Zwanziger“) über Liz Pellys Buch „Mood Machine: The Rise of Spotify and the Cost of the Perfect Playlist“:
Mood Machine — Spotify & die Musikindustrie
Spotify wurde von Daniel Ek und Martin Lorentzon aus der Werbebranche gegründet – ohne echte Leidenschaft für Musik, sondern mit Blick auf ihr Profitpotenzial.
Spotify zahlt Künstler:innen rund 0,00286 € pro Stream – das Modell begünstigt Quantität vor Qualität.
Von der Suchplattform zur Playlist-getriebenen Plattform: Der Algorithmus bevorzugt „glatte“, dauerhaft-taugliche Musik.
Es entsteht ein eigener Stil – „Spotifycore“ –, an den Künstler:innen ihre Musik anpassen, um den Algorithmus zu bedienen.
KI-generierte Musik und „Ghost Artists“ liefern billigeren Content für Playlists – bei geringeren Tantiemen.
Individuelle, geheimhaltungspflichtige Verträge verhindern Transparenz und schwächen die Verhandlungsposition der Künstler:innen.
Überwachungskapitalismus: umfangreiche Nutzerdaten werden als Datenschatz an Dritte weitergegeben.
Die Indie-Szene wird verdrängt, da es kaum eine Alternative zu Spotify gibt, um überhaupt wahrgenommen zu werden.
Die Spotify-Gründer sind Milliardäre – der durchschnittliche Künstler verdient auf der Plattform nur rund 13.500 $ im Jahr.
Als mögliche Alternative werden öffentliche Bibliotheken genannt – ähnlicher Zugang, aber ohne das problematische Geschäftsmodell.
Mood Machine zeigt die unsichtbaren Machtstrukturen hinter dem Musikstreaming: Spotify verändert die Bedingungen für Musikschaffende, Hörer:innen und Kultur insgesamt – oft subtil, aber mit tiefgreifenden Konsequenzen.