ERKLÄRUNG AUS: https://musikundki.de/artikel/jojo-mayer-ai-inspiration-bad-habits-and-more/
Interpolation bedeutet:
zwischen bekannten Punkten vermitteln. Man hat einen Datensatz, eine Menge von Beispielen, und füllt die Lücken dazwischen aus. Das Ergebnis bleibt immer innerhalb des bereits Bekannten. KI tut genau das: Sie destilliert aus riesigen Mengen menschlicher Kreativität das statistisch Wahrscheinliche, das Mittlere, das Anschlussfähige. Sie ist – egal wie überzeugend das Ergebnis wirkt – immer Ableitung. Immer Rückschluss aus dem Vorhandenen.
Extrapolation bedeutet:
über das Bekannte hinausgehen. Einen Punkt außerhalb des bisherigen Rahmens setzen. Menschliche Kreativität springt – aus Biografie, Schmerz, Körper, Obsession, Zufall, Widerspruch – an Orte, die vorher nicht existierten. Sie erweitert den Raum, aus dem KI dann wieder interpolieren kann.
Das heißt: Menschliche Künstler sind die Quellpunkte. KI ist die Verdichtung dazwischen.
-> Was Mayer damit auch impliziert: Wer als Künstler nur das Erwartbare bedient, das Gefällige, das Marktgängige – der interpoliert selbst. Er verhält sich dann nicht anders als eine Maschine. Der eigentlich menschliche Akt wäre das Gegenteil: das Unerwartete, das Riskante, das noch nicht Dagewesene.